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Ratgeber

Gute Prompts schreiben

Kurz gesagt

Einen guten Prompt schreibst Du, indem Du ChatGPT eine Rolle, den Kontext, eine klare Aufgabe, das gewünschte Format, bei Bedarf Beispiele und Kriterien für ein gutes Ergebnis mitgibst. Je weniger ChatGPT raten muss, desto besser passt die Antwort. Danach verbesserst Du das Ergebnis im selben Chat durch gezieltes Nachfassen.

Stell Dir vor, Du führst in Eimsbüttel ein kleines Yogastudio und lässt ChatGPT einen Instagram-Text schreiben. Das Ergebnis klingt wie von einem Roboter. Kein Wunder, der Prompt war: „Schreib einen Post über Yoga.“ Mit fünf Minuten Arbeit am Prompt, mit Zielgruppe, Ton und einem alten Post als Beispiel, klingt das Ergebnis schon nach Dir. Wie Du so einen Prompt schreiben kannst, ohne lange zu überlegen, zeige ich Dir hier.

Ein Prompt ist einfach die Nachricht, die Du an ChatGPT schickst. Das Wort klingt technisch. Die Sache selbst ist einfach. Es geht darum, ChatGPT die Informationen zu geben, die ein Mensch an seiner Stelle auch bräuchte.

Wie kannst Du einen guten Prompt schreiben?

Du schreibst einen guten Prompt, indem Du sechs Fragen beantwortest: Wer soll antworten, worum geht es, was genau ist zu tun, in welcher Form, nach welchem Vorbild und woran erkennt man ein gutes Ergebnis? Nicht jeder Prompt braucht alle sechs Bausteine. Aber jeder Baustein, den Du weglässt, ist eine Stelle, an der ChatGPT raten muss.

Stell Dir vor, Du gibst die Aufgabe einer neuen Kollegin, die Dich und Dein Geschäft noch nicht kennt. Was würdest Du ihr erklären? Genau das gehört in den Prompt.

Welche Bausteine hat ein guter Prompt?

Ein guter Prompt besteht aus Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Beispielen und Kriterien. Hier jeder Baustein mit einem kurzen Beispiel:

  • Rolle: In welche Rolle soll ChatGPT schlüpfen? Beispiel: „Du bist eine erfahrene Social-Media-Texterin für kleine Unternehmen.“ Die Rolle lenkt Wortwahl und Blickwinkel.
  • Kontext: Was muss ChatGPT über die Situation wissen? Beispiel: „Ich betreibe ein Yogastudio in Hamburg-Eimsbüttel. Meine Kundinnen sind meist zwischen 30 und 50 und eher Anfängerinnen.“
  • Aufgabe: Was genau soll passieren? Eine klare Handlung mit einem Verb. Beispiel: „Schreib einen Instagram-Post, der für unseren neuen Kurs ‚Yoga für den Rücken‘ am Dienstagabend wirbt.“
  • Format: Wie soll die Antwort aussehen? Länge, Aufbau, Tabelle oder Fließtext. Beispiel: „Höchstens 100 Wörter, eine Frage am Anfang, am Ende fünf Hashtags.“
  • Beispiele: Gibt es ein Vorbild? Ein alter Text von Dir ist Gold wert. Beispiel: „So klingen meine bisherigen Posts: [Text einfügen].“
  • Kriterien: Woran erkennst Du ein gutes Ergebnis? Beispiel: „Kein Fachjargon, keine Emojis, persönlich und in der Du-Form.“

Übrigens: Im ChatGPT Handbuch beschreiben Oliver Bock und ich dafür die PROMPT+ Methode. Sie geht noch etwas weiter und hilft Dir, die Bausteine in eine feste Reihenfolge zu bringen, die man sich leicht merkt. Die Bausteine oben sind ein guter Anfang, um das Prinzip zu verstehen.

Wie sieht ein schlechter Prompt im Vergleich zu einem guten aus?

Am deutlichsten wird der Unterschied im direkten Vergleich. Hier zuerst der Prompt aus dem Yogastudio-Beispiel von oben:

Vorher: zu allgemein
Schreib einen Post über Yoga.

ChatGPT weiß hier nichts. Für wen ist der Post? Auf welcher Plattform? Was soll er erreichen? Also schreibt es einen Text, der für jedes Yogastudio der Welt passt und damit für keines. Und so sieht der überarbeitete Prompt aus:

Nachher: mit allen Bausteinen
Du bist eine erfahrene Social-Media-Texterin für kleine Unternehmen.

Kontext: Ich betreibe ein kleines Yogastudio in [Hamburg-Eimsbüttel]. Meine Kundinnen sind meist zwischen [30 und 50], viele sind Anfängerinnen und haben einen Bürojob.

Aufgabe: Schreib einen Instagram-Post für unseren neuen Kurs „[Yoga für den Rücken]“, immer [dienstags um 19 Uhr], Start am [Datum].

Format: höchstens 100 Wörter, beginne mit einer Frage, die Bürorücken anspricht, am Ende ein klarer Hinweis zur Anmeldung und fünf passende Hashtags.

Beispiel für meinen Ton:
[einen bisherigen Post einfügen]

Kriterien: persönlich, Du-Form, kein Fachjargon, keine Emojis, keine Übertreibungen.

Gesehen? Der zweite Prompt ist länger, aber nicht kompliziert. Jede Zeile beantwortet eine Frage, die ChatGPT sonst selbst beantwortet hätte. Wie Du die Antwort danach noch verbesserst, kommt im nächsten Abschnitt.

Noch ein kurzes Beispiel aus dem Büro. Vorher: „Fasse das Protokoll zusammen.“ Nachher: „Fasse das folgende Protokoll für meinen Chef zusammen, der nicht in der Sitzung war. Fünf Stichpunkte, danach eine Liste mit Aufgaben, Verantwortlichen und Fristen.“ Mehr Vorlagen für solche Fälle findest Du in den ChatGPT Prompts für E-Mails.

Wie fasst Du richtig nach?

Du fasst nach, indem Du im selben Chat genau sagst, was an der Antwort fehlt oder stört. Der erste Entwurf ist selten der beste, und das ist völlig in Ordnung. Die eigentliche Stärke von ChatGPT liegt im Gespräch. Diese Sätze nutze ich ständig:

  • „Kürzer, bitte. Höchstens die Hälfte.“
  • „Weniger förmlich. Schreib so, wie ich mit einer Kundin am Tresen spreche.“
  • „Der zweite Absatz ist gut, den Rest schreib bitte neu.“
  • „Gib mir drei unterschiedliche Varianten, eine davon mit Humor.“
  • „Was fehlt Dir noch an Informationen, um das besser zu machen?“

Meine Erfahrung: Konkrete Kritik bringt mehr als „Mach es besser“. Wenn Du sagst, was Dich stört, kann ChatGPT gezielt reagieren. Und wenn sich ein Chat festgefahren hat, starte ich einen neuen und baue alles, was ich gelernt habe, direkt in den ersten Prompt ein. Wenn die Antwort gar nicht passen will, hilft Dir die ChatGPT Erste Hilfe.

Welche Prompt-Vorlage kannst Du immer verwenden?

Diese Vorlage nutze ich als Grundgerüst für fast jede Textaufgabe. Kopiere sie, füll die Klammern aus und lösch die Zeilen, die Du nicht brauchst.

Universal-Vorlage
Rolle: Du bist [Rolle, z. B. erfahrener Texter für Handwerksbetriebe].

Kontext: [Wer bist Du, für wen ist das Ergebnis, worum geht es? Zwei bis vier Sätze.]

Aufgabe: [Was genau soll ChatGPT tun? Mit einem klaren Verb beginnen.]

Format: [Länge, Aufbau, z. B. Tabelle, Stichpunkte oder E-Mail mit Betreff.]

Beispiel: [Optional: ein eigener Text oder ein Muster, an dem sich ChatGPT orientieren soll.]

Kriterien: [Was ist Dir wichtig? Was soll auf keinen Fall vorkommen?]

Stell mir zuerst bis zu drei Rückfragen, falls Dir Informationen fehlen.

Die letzte Zeile ist mein Lieblingstrick. Damit dreht sich die Rolle kurz um, und ChatGPT fragt Dich nach den Dingen, die Du vergessen hast.

Welche Fehler machen fast alle am Anfang?

Der häufigste Fehler ist ein Prompt ohne Kontext. Dicht gefolgt von diesen Klassikern:

  • Mehrere Aufgaben auf einmal: „Schreib einen Blogartikel, drei Posts und einen Newsletter.“ Besser nacheinander, jeweils in einem eigenen Schritt.
  • Negative Anweisungen ohne Alternative: „Nicht so langweilig“ hilft wenig. Sag lieber, was Du willst: „mit einem Beispiel aus dem Alltag beginnen“.
  • Kein Format: Ohne Längenangabe schreibt ChatGPT oft viel zu viel.
  • Zu früh aufgeben: Viele hören nach der ersten Antwort auf. Gerade die zweite und dritte Runde bringen den Unterschied.

Die gleichen Grundsätze gelten übrigens auch für Bilder. Dort heißen die Bausteine anders, das Prinzip ist dasselbe. Mehr dazu in der Anleitung Bilder mit ChatGPT erstellen.

Wo lernst Du gute Prompts Schritt für Schritt?

Im Handbuch findest Du die PROMPT+ Methode ausführlich erklärt, dazu 111 Praxis-Prompts zum Download. Wenn Du lieber per Video lernst, zeigt die Masterclass von Clever Mangos in rund 90 Minuten, wie Du Profi-Prompts aufbaust und ChatGPT im Job einsetzt.

Häufige Fragen

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist die Eingabe, die Du an ChatGPT schickst, also Deine Frage oder Aufgabe. Je klarer der Prompt Rolle, Kontext, Aufgabe und Format beschreibt, desto besser passt die Antwort.

Wie lang sollte ein Prompt sein?

So lang wie nötig. Für einfache Fragen reicht ein Satz. Für Texte, die nach Dir klingen sollen, sind fünf bis zehn Zeilen mit Kontext und Beispiel normal. Länge ist kein Problem, solange jede Zeile eine nützliche Information enthält.

Muss ich Prompts auf Englisch schreiben?

Nein. ChatGPT versteht deutsche Prompts sehr gut und antwortet auf Deutsch. Es gibt keinen Grund, für normale Aufgaben ins Englische zu wechseln.

Was ist die PROMPT+ Methode?

Die PROMPT+ Methode ist ein Aufbau für Prompts aus dem Buch „Das inoffizielle ChatGPT Handbuch“ von Florian Knust und Oliver Bock. Sie wurde 2025 überarbeitet und hilft, alle wichtigen Bausteine eines Prompts in einer festen Reihenfolge abzudecken. Die ausführliche Erklärung steht im Buch.

Kann ich Prompts speichern und wiederverwenden?

Ja. Speichere gute Prompts in einer Notiz-App oder einem Dokument und ersetze bei jeder Nutzung nur die Platzhalter. Für Aufgaben, die Du sehr oft erledigst, kannst Du in ChatGPT auch eigene Anweisungen oder CustomGPTs anlegen.